Ich hab' keinen Bock nachher wieder den Tisch zu putzen!

Nach dem Besuch des Red Bull Crashed Ice  im Münchener Olympiapark wollten ich mit ein paar Freunden den Samstag in Ruhe ausklingen lassen. Mit der U3 kommt man vom Olympiapark ja ganz gut zur Münchener Freiheit und ist damit sozusagen umzingelt von Kneipen und Bars. Nach einem Abstecher ins Barschwein  kamen wir schließlich ins Lardy .

Auf den ersten Blick schien der Laden recht gemütlich. Alle verbleibenden Plätze (selbst an der Theke) waren jedoch reserviert. Auf Nachfrage gestattete man uns auf herablassende Art, dass wir uns solange an der Theke aufhalten können, bis die Gäste kommen, für die die Plätze reserviert waren.

3,80€ für ein 0,5l Bier später waren wir dann auch zumindest mit Flüssigkeit versorgt. Nach etwa einer halben Stunde machte unse der Barkeeper dann darauf aufmerksam, dass die Gäste, deren Plätze wir belegten, gerade kamen. Also machten wir die Plätze frei.

Dabei viel unser Blick auf einen noch immer reservierten Tisch ohne Gäste. Da unsere Gläser ohnehin fast leer waren, entschieden wir uns, die noch verbleibenden 5-10 Minuten dieses Tisches zu benutzen. So blockierten wir nicht den Gang und konnten uns besser unterhalten. Außerdem hatten wir ja an der Theke bereits gezeigt, dass wir die Reservierungen anderer Leute respektieren und die Plätze wieder freimachen.

Unser Plan ging leider nicht auf. Gerade als wir uns hingesetzt hatten kam ein Kellner. Mit ernstem Gesichtsausdruck, wilden Gesten und unfreundlichen Worten forderte er uns zum Aufstehen auf. Wir sagten ihm, dass wir natürlich aufstehen würden, sobald die eigentlichen Gäste für diesen Tisch kommen. Doch das kommentierte der Kellner nur mit "Ich hab' keinen Bock nachher wieder den Tisch zu putzen!".

Auch wenn ich es löblich finde, dass man im Lardy seinen Gästen einen sauberen Tisch anbieten möchte, so frage ich mich doch, ob bei 3,80€ für den halben Liter Bier die Gewinnspanne nicht groß genug ist, um den Kellner durch die Anschaffung von ein paar Bierdeckeln in seiner schweren Arbeit zu entlasten.

Wir sind dann jedenfalls aufgestanden und gegangen (auf nimmer Wiedersehen!). Unglücklicherweise ist dabei einem von uns - mehr oder weniger unabsichtlich - ein Schluck Bier aus seinem Glas geschwappt. Über die Folgen für den Kellner durch die so entstandene Mehrarbeit können wir leider nur spekulieren.

2 Kommentare

doc, 17.01.2010 08:47 Uhr

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doc — 18 January 2010, 09:42

Stimmt, der Laden heisst Lardy. Ich hab das mal geändert. Danke!

mihi — 18 January 2010, 08:13

Ja Mensch, Sebastian, hast dem auf den Tisch gespuckt, oder was? Jedenfalls heisst der Laden wohl Lardy mit y - nicht dass Deine Leser sich nun aufmachen, das Lardi zu verwüsten!