München und das Parkraummanagement
Obwohl man in München nicht wirklich ein Auto braucht, möchten viele (mich selbst eingeschlossen) nicht einfach auf Ihr Auto verzichten. Klar, dass die Parkplätze rar sind, doch das KVR hat sich was schlaues einfallen lassen: Das Parkraummanagement!
Einfach gesagt, wurde dabei der größte Teil innerhalb des mittleren Rings in Zonen eingeteilt, die i.d.R. den Namen des jeweiligen Stadtteils tragen. Wenn man dort wohnt und keine andere Parkmöglichkeit hat, wie z.B. ein Stellplatz, der zur Wohnung gehört, kann man für 30€ im Jahr einen Anwohnerparkausweis für seine Zone beantragen.
An sich eine ganz gute Idee, denn so haben Anwohner wirklich höhere Chancen, einen Parkplatz zu finden. Das ganze System hat aber auch so seine Haken.
Da wäre zunächsteinmal der Preis. Natürlich sind 30€ auf das ganze Jahr gesehen nicht viel, aber ich frage mich doch, welche Leistung ich für die 30€ bekomme. Außer einem grünen Zettel, den ich ins Auto legen muss, bekomme ich nichts dafür. Ein ganz schön teures Blatt Papier, aber immerhin ist eine Prägung drauf. Aus den 30€ werden aber auch schnell ein paar Euro mehr.
Wenn man bspw. umzieht und dann in einer anderen Parkzone wohnt, kann man nicht etwa einfach seinen Parkausweis ändern lassen. Nein, man muss für die neue Zone einen neuen Parkausweis beantragen. Wieder 30€. Eine Erstattung für den alten Parkausweis gibt es nicht, auch nicht, wenn der neue Wohnort gar nicht in einer Parkzone liegt.
Natürlich zieht man normalerweise nicht so häufig um, aber was ist z.B. wenn man den Parkausweis verliert? Ist der Parkausweis an ein bestimmtes Kennzeichen gebunden, kriegt man für 10€ einen neuen für die Restlaufzeit des verloren gegangenen. Ist er nicht an ein Fahrzeug gebunden, muss man für 30€ wieder einen komplett neuen Parkausweis beantragen. Wobei ich keine Ahnung habe, wie man an einen solchen Ausweis kommt, der nicht an ein Kennzeichen gebunden ist.
Ein solcher Ausweis wäre nämlich unwahrscheinlich praktisch, wenn man mal einen Mietwagen hat, bspw. nach einem Unfall mit dem eigenen Auto. Laut dieser
Webseite muß man selbst für kurzzeitig genutzte Fahrzeuge einen neuen Ausweis beantragen. Wieder 30€. Ich frage mich allerdings, ob sich der Aufwand bei dem dazu nötigen Prozedere wirklich lohnt:
In diesem Fall müssen Sie uns Ihren alten Original-Parkausweis zusammen mit einer Kopie des Kfz-Scheins bzw. der Zulassungsbescheinigung/en Teil I und ggfs. mit einer Halterbestätigung senden. Wenn uns Ihr alter Parkausweis vorliegt, bekommen Sie eine Antragsbestätigung zusammen mit einem Zahlungshinweis. Sobald Sie dann die Gebühr für den neuen Parkausweis (30 Euro) überwiesen haben, erhalten Sie den neuen Parkausweis mit der Post.
Bis man den Ausweis dann hat, ist das eigene Auto wahrscheinlich auch repariert. Aber es gibt wohl auch noch den kurzen Dienstweg:
Die einfachste und schnellste Variante ist aber ein Besuch bei der Verkehrsüberwachung in der Pilgersheimer Str. 20 mit allen notwendigen Unterlagen.
Wenn man das eigene Auto dann wieder hat, kann man sich den neuen Parkausweis wohl wieder für 10€ umschreiben lassen. Ein Mietwagen kostet also bei jedem Mal 40€ extra.
Nun gut, immerhin kann man den Ausweis unter bestimmten Voraussetzungen für nur 10€ umschreiben lassen. Das zeigt zumindest, dass die betreffende Behörde eine Liste darüber zu führen scheint, wer alles einen Parkausweis besitzt. Leider wird diese Liste nicht dazu genutzt, die Inhaber von Parkausweisen an deren Ablaufdatum zu erinnern, oder ihnen gleich einen Überweisungsträger zu schicken, mit dem sie einen neuen Ausweis direkt beantragen und bezahlen können. Auch scheint die Liste nicht für diejenigen Mitarbeiter zugänglich, die für die Aufstellung von zeitlich begrenzten Halteverbotsschildern, wie sie bspw. bei Umzügen oder Bauarbeiten benötigt werden, verantwortlich sind. Natürlich sind solche Halteverbotsschilder notwendig, aber in den letzten Jahren konnte ich einige Male mitansehen, wie Halteverbotsschilder teils für mehrere Monate aufgestellt wurden, obwohl nur in ein oder zwei Wochen der Zeit wirklich Baugerät oder Container abgestellt werden mussten.
Aber zurück zum eigentlichen Parkplatzproblem. Das ganze Parkraummanagement bringt natürlich nichts, wenn es nicht auch kontrolliert wird. Daher laufen an mehreren Tagen der Woche zu sämtlichen Uhrzeiten (bspw. auch noch nach 21Uhr) Stadtbedienstete durch die Straßen und verteilen Strafzettel an alle, bei denen kein gültiger Parkausweis ausliegt, oder dieser abgelaufen ist. Das mit der Uhrzeit weiß ich deshalb so genau, weil an meinem Auto auch schon der ein oder andere Strafzettel hing, wenn ich vergessen hatte, den Parkausweis sichtbar hinter die Windschutzscheibe zu legen. 25€!
Als ich den ersten Strafzettel hatte, habe ich mich natürlich beim KVR gemeldet und erklärt, dass ich sehr wohl im Besitz eines Parkausweises bin, wie sie ja sicherlich anhand meines Kennzeichens und der Parkausweisnummer verifizieren können. Beim ersten Mal hat das auch noch geklappt und ich musste nichts bezahlen. Bei den darauffolgenden Malen konnte ich mit einem solchen Entgegenkommen allerdings nicht rechnen und musste die 25€ bezahlen, obwohl ich einen gültigen Parkausweis besaß, dieser nur nicht vorschriftsmäßig im Auto ausgelegen hat.
Abschließen möchte ich meinen Bericht noch mit einer erfreulichen Nachricht für all diejenigen Parkausweisinhaber, die ebenfalls nahe der Grenze zwischen zwei Parkzonen wohnen. Sind zwei Zonen durch eine Straße getrennt gehören die beiden Straßenseiten i.d.R. zu den jeweiligen Parkzonen. Auf Nachfrage beim KVR habe ich jetzt aber erfahren, dass in einem solchen Fall beide Straßenseiten zum Parken genutzt werden können. Hier der genaue Wortlaut aus der EMail:
Sie dürfen auf der gegenüberliegenden Straßenseite noch parken, auch wenn diese bereits zu einem anderen Lizenzgebiet gehört. Nur in die Seitenstraßen dürfen Sie nicht mehr einfahren.
doc, 26.05.2011 15:43 Uhr
