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Debvision

Einleitung

Bei Debvision CR2 handelt es sich um ein auf Debian Etch basierendes HTPC-Linux-VDR-Image für die T-Online S100 .

Mehr Informationen findest Du auf dieser  Seite.

Auf dieser Seite will ich ein paar zusätzliche Tipps zu der Distribution geben.

Installation

Installation auf eine USB Platte

Die Installations CD geht davon aus, dass Debvision auf eine IDE-Festplatte (/dev/hda) installiert wird. Um auf eine USB Platte (z.B. /dev/sda) zu installieren sind ein paar kleinere Kniffe notwendig.

Die hier beschriebenen Kommandos können Dein System potentiell zerstören. Aus rechtlichen Gründen muss ich Dich vor dieser Gefahr warnen und übernehme keine Haftung falls Du durch das Verwenden meiner Tipps Dein System unbrauchbar machst oder Deine Daten löscht.

Vorbereitung

Stromversorgung

Vielen externen Festplatten reicht (abhängig vom verwendeten Gehäuse) der Strom über einen USB Anschluss nicht aus. Das hört man dann an ständigen Klicken der Festplatte, wenn die Festplatte verwendet wird. Um dieses Problem zu lösen, kann man entweder ein passendes Netzteil an das Gehäuse anschließen, oder man verwendet einen weiteren USB Anschluss, um die Festplatte mit zusätzlichem Strom zu versorgen. Ein solches Kabel liegt den externen Gehäusen häufig bei.

Da die S100 nur 2 USB Anschlüsse hat und neben der Festplatte auch eine USB Tastatur gebraucht wird, empfiehlt sich die Verwendung eines USB Hubs.

Beim Booten der S100 mit der Debvision CD schließt Du Deine USB Platte am Besten direkt schonmal an den USB Port an. Da die Platte wahrscheinlich das einzige USB Gerät sein wird, sollte sie während der Installation dann unter dem Devicenode /dev/sda zu finden sein.

Neben der externen Festplatte wird darüber hinaus eine USB Tastatur benötigt.

Partitionieren und Formatieren

Folgt man der GUI geführten Installation gelangt man bald zur Partitionierung der Festplatte. Hier musst Du von den voreingestellten Einstellungen ein wenig abweichen.

Unsere externe Festplatte hängt an dem Devicenode /dev/sda anstatt /dev/hda, wie bei einer IDE Festplatte. Daher müssen alle Einträge, die mit /dev/hda beginnen, in /dev/sda geändert werden.

 /dev/hda1 -> /dev/sda1
 /dev/hda2 -> /dev/sda2
 /dev/hda3 -> /dev/sda3
 /dev/hda4 -> /dev/sda4

Die Größe der Partitionen kann der Installationsanleitung entnommen werden oder den eigenen Bedürfnissen angepasst werden.

Nun folgst Du den Installationsschritten, wie angegeben.

Installation des Bootloaders

Im Laufe der weiteren Installation wird auch versucht, den Bootloader Grub zu installieren. Wenn Du danach gefragt wirst, solltest Du mit "Ja" bestätigen, da dann die notwendigen Daten für den Grub in die Bootpartition kopiert werden.

Allerdings muss der Bootloader auch in den MBR (MasterBootRecord) der Festplatte geschrieben werden. Da unsere Festplatte aber bekanntlich /dev/sda und nicht mehr /dev/hda ist, schlägt die Installation in den MBR fehl (wird während der Installation nicht angezeigt).

Der Grub muss also nach Abschluss der Installation von Hand installiert werden. Am Ende der Installation gelangt man in eine Shell, von der aus die Installation des Grub bei mir nicht funktioniert hat. Daher beendet man die Installation durch Eingabe von exit und schaltet die S100 erstmal aus.

Nun wird die USB Festplatte an einen anderen Linux PC gehängt, der das Kommando chroot (als Superuser) kennt. An dieser Stelle musst Du etwas aufpassen, dass Du mitbekommst, unter welchem Devicenode die USB Platte eingehängt wird.

In meinem PC sind bereits drei SATA Festplatten verbaut (/dev/sda - /dev/sdc) daher wurde bei mir der USB Festplatte der Devicenode /dev/sdd zugeteilt.

Bei vielen aktuellen Linux Distributionen werden USB Festplatten automatisch eingehängt. Sollte dies passieren, bitte die eingehängten Partitionen wieder aushängen!

Mit der Eingabe von

 su

oder alternativ

 sudo -s

erhält man eine root-Shell.

Du bist jetzt mit Administratorrechten unterwegs und kannst durch Eingabe von falschen Befehlen Dein System zerstören. Bitte vergewissere Dich nochmal, dass Du den Devicenode Deiner externen Festplatte kennst und ersetze in den folgenden Kommandos /dev/sdd durch den entsprechenden Devicenode von Dir!

Zuerst erzeugen wir uns einen Ordner, an den wir die Partitionen der externen Festplatte einhängen werden. Ich habe dafür /mnt/tmp gewählt.

 mkdir -p /mnt/tmp

Jetzt hängen wir das Wurzelverzeichnis unseres Debvision Systems ein.

 mount /dev/sdd3 /mnt/tmp

Nun noch die boot und die home Partitionen:

 mount /dev/sdd1 /mnt/tmp/boot
 mount /dev/sdd4 /mnt/tmp/home

Als nächstes benötigen wir das Kernel Interface:

 mount -t proc none /mnt/tmp/proc

Und nun brauchen wir noch die Devicenodes:

 mount -o bind /dev /mnt/tmp/dev

Jetzt sind wir bereit die Debvision umgebung zu betreten.

 chroot /mnt/tmp /bin/bash
 source /etc/profile

Jetzt befinden wir uns als Administrator in dem Debvision System, als ob wir es gerade gestartet hätten.

Bevor wir Grub installieren können müssen wir noch die Datei /etc/mtab (in der Debvision Umgebung) aktualisieren.

 grep -v rootfs /proc/mounts > /etc/mtab

Jetzt installieren wir den Grub:

 grub --no-floppy

Im Grub können musst Du nun noch ein paar weitere Befehle eingeben. Zuerst sagst Du Grub, welche Partition Deine boot Partition ist. Entsprechend der Installation ist das die 1. Partition auf der USB Festplatte, also /dev/sdd1 auf meinem PC. Hier wird es beim Grub etwas kompliziert:

  1. /dev/sdd entspricht im Grub hd3
  2. Die 1. Partition hat im Grub die Nummer 0

Daher musst Du im Grub nun folgenden Befehl eingeben:

 root (hd3,0)

Um den Grub nun in den MBR der USB Festplatte zu installieren brauchst Du den folgenden Befehl:

 setup (hd3)

Nun kannst Du mit

 quit

Den Grub verlassen und bist (fast) fertig. Jetzt müssen wir nur noch etwas aufräumen: Gib

 exit

ein, um die Debvision Umgebung zu verlassen. Jetzt musst Du noch die eingehängten Partitionen aushängen:

 cd /
 umount /mnt/tmp/proc
 umount /mnt/tmp/dev
 umount /mnt/tmp/home
 umount /mnt/tmp/boot
 umount /mnt/tmp/

Jetzt kannst Du die Festplatte abziehen, and die S100 hängen und Dein neues Debvision System starten.

Viel Spaß!

Kommentar 
Code   171 <- Bitte diesen Code eingeben!
Autor 

doc — 4 November 2010, 09:34

Wenn Du schon weißt, dass in Deiner fstab nur /dev/sda Einträge stehen, dann hast Du ja offensichtlich Zugriff darauf. Also kannst Du die Einträge mit einem beliebigen Texteditor (z.B. nano, vim) ändern. Du kannst mir aber auch gerne eine Mail schreiben und Dein Problem genauer schildern. Die Adresse findest Du im Impressum.

kai — 3 November 2010, 19:55

Bei mir stehen in der fstab lauter /dev/sda Einträge Die Platte bootet nicht. Wie kann ich die fstab Einträge anpassen?

doc — 20 January 2010, 23:27

Die Eimträge in der fstab sollten eigentlich schon auf sda stehen, da dies ja so im Abschnitt Partitionieren und Formatieren so festgelegt wurde.

Anonymous — 20 January 2010, 20:15

Wie siehts mit dem Anpassen der fstab aus? die steht sicherlich auch noch auf hda und müsste auf sda umgestellt werden. ansonsten nettes how2